Tapete entfernen: So geht es ohne Schaden am Untergrund
Tapete abzulösen sieht einfach aus, bis die ersten Fetzen reissen und der Putz mitkommt. Ob es leicht geht oder mühsam wird, entscheidet sich nicht am Werkzeug, sondern daran, welche Tapete auf welchem Untergrund klebt.
Diese Übersicht zeigt, womit Sie rechnen müssen – und woran Sie erkennen, wann es besser ist, nicht weiterzumachen.

Zuerst: Welche Tapete ist es?
Vliestapeten lassen sich meist trocken abziehen. Sie sind reissfest, und mit etwas Glück löst sich die ganze Bahn in einem Stück – der angenehmste Fall.
Papiertapeten müssen eingeweicht werden. Sie reissen sonst in kleinen Stücken, und die Arbeit zieht sich über Stunden.
Raufaser ist der häufigste Fall in Mietwohnungen und liegt oft in mehreren Schichten übereinander, weil sie über Jahre immer wieder überstrichen wurde. Jede zusätzliche Farbschicht macht das Einweichen schwieriger, weil das Wasser nicht mehr durchdringt.
Vinyl- und Waschtapeten haben eine wasserdichte Oberfläche. Hier muss die obere Schicht zuerst abgezogen oder angeritzt werden, sonst bleibt der Leim darunter trocken.
Der Ablauf, der am wenigsten kaputt macht
Der häufigste Fehler ist Ungeduld: zu wenig einweichen, dann mit dem Spachtel nachhelfen und dabei den Putz beschädigen. Jede so entstandene Kerbe muss später gespachtelt, geschliffen und grundiert werden – der Zeitgewinn beim Ablösen wird beim Ausbessern doppelt zurückgezahlt.
- Boden und Sockelleisten abdecken, Steckdosen abschalten und abkleben
- Oberfläche mit einer Stachelwalze oder einem Igelroller anrauen, damit Wasser eindringt
- Mit warmem Wasser und etwas Spülmittel oder Tapetenlöser einweichen
- Zehn bis fünfzehn Minuten warten und ein zweites Mal nass machen
- Flach mit dem Spachtel ansetzen, nie steil – steil kerbt in den Putz
- Leimreste vollständig abwaschen, sonst hält der spätere Anstrich nicht
- Trocknen lassen und erst dann beurteilen, was ausgebessert werden muss
Wann Sie besser aufhören
Es gibt drei Situationen, in denen Weitermachen den Schaden vergrössert.
Erstens: Wenn grossflächig Putz mitkommt. Dann ist der Untergrund nicht mehr tragfähig, und die Wand braucht keinen neuen Anstrich, sondern neuen Putz.
Zweitens: Wenn hinter der Tapete dunkle Flecken auftauchen. Schimmel darf nicht überstrichen und nicht einfach abgewaschen werden – zuerst muss die Ursache gefunden werden, sonst kommt er zurück.
Drittens: bei Altbauten mit Gipskartonplatten ohne Grundierung. Dort löst sich beim Einweichen der Karton selbst auf. Ein Trockentest an einer unauffälligen Stelle zeigt das früh genug.
Selber machen oder machen lassen?
Ein einzelnes Zimmer mit Vliestapete auf gutem Untergrund ist eine Nachmittagsarbeit und braucht keinen Betrieb.
Anders sieht es aus bei mehreren übereinanderliegenden Raufaserschichten, bei Wohnungsübergaben mit Termindruck oder wenn danach ohnehin gestrichen wird. Dann lohnt es sich, beides zusammen zu vergeben: Wir lösen ab, bessern aus, grundieren und streichen – und übernehmen die Verantwortung für das Ergebnis, statt einen Untergrund vorzufinden, den jemand anders hinterlassen hat.
Wenn Sie unsicher sind, was unter Ihrer Tapete liegt: Wir schauen es uns an und sagen Ihnen, ob es eine Nachmittagsarbeit ist oder ein Fall für uns.








